In Podor findet derzeit eine wegweisende Zusammenarbeit zwischen Schule, Gemeinde, Geburtsstation und anderen Akteuren statt, um die psychosoziale Beratung für Frauen und Mädchen zu verbessern.
Die Beratungen erfolgen momentan in der Schulbücherei, was aufgrund der hohen Nachfrage und des Platzmangels jedoch nicht mehr ausreicht.
Besonders Mädchen nutzen die Bücherei, um mit Freundinnen zu lesen, während Jungen eher nur Bücher ausleihen und gehen. Für persönliche Gespräche sind die Räumlichkeiten ungeeignet, weshalb ein geschütztes Beratungszentrum in Podor geplant ist.
Dieses soll neben Beratung auch Kurse anbieten und einen sicheren Raum für intime Gespräche schaffen. Ziel ist es, das Wohlergehen der Bevölkerung zu fördern und die Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Aktuell finden viele Gespräche in der kleinen Schulbücherei statt. Doch der Raum ist begrenzt, die Nachfrage steigt – und gerade für persönliche oder intime Gespräche fehlt die nötige Ruhe und Vertraulichkeit. Während Mädchen die Bücherei nutzen, um gemeinsam zu lesen, bleiben Jungen eher auf Distanz.
Gerade für die Mädchen fehlen Rückzugsorte – Orte, an denen sie reden können, ohne Angst, Scham oder Störung.
DAS ZENTRUM
Was entsteht hier?
Naforé wird ein geschützter Raum – ein echtes Beratungszentrum mitten in Podor, das mehr bietet als nur vier Wände.
Psychosoziale Beratung
Beratung für Frauen und Mädchen – professionell begleitet und langfristig angelegt.
Vertrauliche Einzelgespräche
Ein geschützter Rahmen für alles, was nicht vor der Gruppe besprochen werden kann.
Workshops und Kurse
Zu Gesundheit, Selbstbewusstsein, Rechten und Lebensplanung.
Austausch mit der Community
Mit Lehrkräften, Eltern und engagierten Partner*innen aus Podor.
Offene Begegnung
Respektvoll und offen – unabhängig von Alter oder sozialem Hintergrund.
ZIELGRUPPE
Für wen ist Naforé da?
Kurz: für ganz Podor. Naforé steht allen offen, die Unterstützung suchen – und allen, die zur Lösung beitragen möchten.
Schülerinnen
die einen sicheren Ort zum Reden suchen.
Frauen
die Unterstützung brauchen.
Lehrkräfte, Eltern & Familien
die Kinder und Jugendliche begleiten.
Organisationen
die zur Lösung beitragen möchten.
WAS STECKT HINTER DEM PROJEKT?
Naforé ist das Ergebnis einer lokalen Bewegung, getragen von starken Frauen, solidarischen Partner*innen und mutigen Jugendlichen. Das Ziel: Wohlergehen, Bildung, Gesundheit und Empowerment für alle – durch echte Begegnung, professionelle Beratung und langfristige Begleitung.
GEMEINSAM MIT
Gemeindeverwaltung
Geburtsstation
Schulen
Engagierte vor Ort
QUALIFIZIERUNG
Fachlichkeit für die Frauen vor Ort
Beratung entsteht nicht allein durch Räume, sondern durch Menschen, die sie führen können. Naforé baut deshalb Fachlichkeit vor Ort auf.
ZIELE UND AUFGABEN
Die ehrenamtlich tätigen Frauen der Badschano Goch werden fachlich begleitet und in systemischer, lösungsfokussierter Gesprächsführung geschult. Dazu kommen Workshops für alle, die im psychosozialen Feld arbeiten – ebenso für Schülerinnen und Schüler, die von Community-Relayers in Kursen zur psychosozialen Weiterbildung begleitet werden.
AUS DEN BISHERIGEN WORKSHOPS
Selbstwert
Starke Sätze zu Schönheit, Würde und Stolz afrikanischer Frauen.
Analoges Arbeiten
Üben mit gegenständlichen, visuellen Methoden und Symbolen.
Mehrgenerationale Traumata
Arbeit mit biografischen Geschichten.
Fachlicher Dialog
Gruppenarbeit mit gemeinsamen Gesprächen und Austausch.
Ressourcen
Die eigenen Fähigkeiten finden und erkennen.
Ziele
Wünsche der Jugendlichen für ihre berufliche Zukunft erarbeiten.
HÖHEPUNKT UND ABSCHLUSS
Eine Live-Demonstration vor allen Teilnehmenden: ein Beratungsgespräch mit den Methoden der lösungsfokussierten Gesprächsführung, inklusive visueller Installation – in Wolof und Französisch.
LEITUNG DER WORKSHOPS
Dr. Mariame Sow und Rita Freitag – ISA Chemnitz, Gesellschaft für Systemische Arbeiten GmbH & Co. KG.
Frauen, Lehrkräfte und Partnerorganisationen bei einem der Vorbereitungstreffen zum Beratungszentrum.
BAUFORTSCHRITT
Ein Rundgang über das fertige Gelände
Das Gebäude steht: Beratungsräume, Innenhof und die ersten Pflanzen im Garten. Der Rundgang zeigt, was aus den Spenden geworden ist – und woran wir gerade weiterarbeiten.